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Narew Nationalpark Der Narew Nationalpark (NNP) wurde am 21. Juli 1996 ins Leben gerufen. Er umfasst das sumpfige Tal der oberen Narew von Suraz bis Rzedziany, das insgesamt eine Flche von 7350 ha ausmacht. Der groe Teil der Parkflche wird durch Brachland gebildet. Der Rest des Gebietes wird durch Gewsser, Wiesen und Weiden gekennzeichnet. Einen sehr geringen Teil, etwa100 ha, nehmen die Wlder ein. Die Parkverwaltung befindet sich in einem alten Landhaus in Kurowo. Den wichtigsten Naturwert des Gebietes stellt der einmalige Charakter des Flusses Narew dar. Innerhalb der Grenze des NNP befindet sich ein einzigartiger sogenannter "anastomosierender" Fluss. Charakteristisch fr eine solche Flussart sind mehrere Flussbette mit unregelmigem Flusssystem.

Dessen Dichte ist in verschiedenen Stellen des Tales wechselhaft. Typisch ist hier der flache Boden und das steile, unter Wasser liegende Ufer. Zwischen mehreren Flussbetten liegen zahlreiche Inseln. Bei normalem Wasserstand ragen sie nur ein bisschen ber den Wasserspiegel heraus. Bei Frhlingsberschwemmungen verschwinden sie im Wasser. Die Flchen, die auerhalb des Flussbettes liegen sind mit torfbildenden Pflanzen bewachsen. Das Narew-Tal ist flach und sumpfig mit einer Torfschicht von etwa 1 m Tiefe. Das dichte Netz der Flussbetten beeinflusst das durch traditionelle Wiesenbewirtschaftung entstandene kosystem des NNP.

Die Wiesen wurden regelmig von den Bauern gemht. Das Vieh und die Pferde brachte man auf die Weide. Die Heuschober waren ein charakteristisches Landschaftselement dieser Region. Mit der Zeit hat man die Flchen landwirtschaftlich nicht mehr genutzt, was eine Verschilfung der ehemaligen Grnlandflchen verursachte. Somit prgen Schilf und Riedgras die Pflanzengesellschaften des Gebiets. Am Rande des Tales wachsen Wiesen, Weiden und Erlen. Die Pflanzenwelt des NNP wird von 58 Pflanzenfamilien gebildet. Unter anderen wachsen hier Wasserpflanzen, Schilfpflanzen mit 21 Gattungen, Wiesenpflanzen mit 16 Gattungen, Weidengebsche mit 3 Gattungen, xerothermophile Pflanzen mit 4 Gattungen und Waldpflanzen mit 5 Gattungen. Mehrere davon stehen unter strengem Naturschutz, wie z.B. die sibirische Schwertlilie, die Jakobsleiter, die weie bzw. die gelbe Seerose, die Lichtnelke, der Sonnentau, die Buschgladiole, die Prachtnelke. Auerdem gibt es hier auch andere, unter Teilschutz gestellte Arten, wie den Schneeball, das Maiglckchen, den Faulbaum, das Bitterklee, den Sumpf-Porst.

Eine der bedeutendsten Elemente, die fr den Schutz des Narewtales sprechen, ist die Vogelwelt. Das Gebiet des Parks und die nhere Umgebung stellen einen wichtigen Lebensraum fr die Vgel dar, der von europischer Bedeutung ist. In den Jahren 1979-2000 wurden hier 203 Vogelarten registriert, davon brten 154 Arten auf diesem Gebiet. Das Tal ist auch ein wichtiger Rastplatz fr Zugvgel, die hier Rast machen um Krfte fr den weiteren Flug sammeln zu knnen. Gnstige Lebensbedingungen haben hier die vom Aussterben bedrohten Arten gefunden, wie z B. die Rohrdommel, die Weisenweihe, der Kampflufer, der Rohrschwirl, der Wachtelknig, die Doppelschnepfe, der Wiedehopf, der Groe Brachvogel, die Uferschnepfe, die Trauer- und Flussseeschwalbe, das Blaukehlchen, die Sumpfohreule, der Kranich, das Kleine Sumpfhuhn und der Seggenrohrsnger. Der NNP hat die Rohrweihe als Symbol fr sein Logo ausgewhlt.

In den Gewssern des Narew-Flusses leben 22 Fischarten, die der Fischerei freigegeben wurden. Dazu zhlen vor allem der Hecht, der Barsch, der Wels, die Quappe, die Pltze, die Schlei und die Brasse. Unter Artenschutz stehen der Bitterling, der Schlammpeitzger und das zu der Familie der Rundmuler gehrende Ukrainische Neunauge.

Das sumpfige Tal bildet die besten Bedingungen fr viele Amphibien. Von den 13 Arten leben hier Teichmolche, die Knoblauchkrte, der Laubfrosch, die Erdkrte und viele andere.

Hier leben auch 40 Arten von Sugetieren: Die Insektenfresser reprsentieren z.B. der Igel, die Wald-, Zwerg- und Sumpfspizmaus. Von den Nagetieren leben vor allem der Biber, die Bisamratte, das Eichhrnchen, die Wasserratte, die Schnee- und Zwergmaus im Narewtal. In grerer Zahl findet man hier auch Raubtiere; wie z.B. den Fischotter, den Iltis, den Fuchs und den Maderhund. Von den groen Sugetieren leben hier Wildschweine, Rehe, Elche bzw. zwei Arten von Fledermusen: das Braune Langohr und die Wasserfledermaus.